Livorno / Was man unternehmen und sehen kann / Das Jüdische Museum
Eine Reise in die Erinnerung
Ein paar Schritte vom Zentralmarkt von Livorno entfernt befindet sich ein Ort der Erinnerung und Kultur, der Jahrhunderte Geschichte und Tradition bewahrt: das Jüdische Museum Yeshivà Marini. Auf zwei Etagen erstreckt sich das Museum durch die Räume des Oratoriums, wo einst Gebete erklangen und religiöse Zeremonien stattfanden und heute religiöse Gegenstände, Silber und kostbare Stoffe bewundert werden können, die die Geschichte einer lebendigen und integrierten jüdischen Gemeinschaft im wirtschaftlichen und sozialen Gefüge der Stadt erzählen. Die Sammlung ist eine Reise durch den Wohlstand und die Tragödien, die die jüdische Gemeinschaft von Livorno erlebt hat, wobei besonderes Augenmerk auf den nationalsozialistischen Verfolgungen und den Rassengesetzen liegt.
Eröffnet im Jahr 1992, ist es im Marini Oratorium untergebracht, einem neoklassizistischen Gebäude, das seit 1867 verschiedene lebenswichtige Funktionen für die jüdische Gemeinschaft übernommen hat. Dieser kulturelle Raum erzählt von den Erinnerungen an die jüdische Kultur in Livorno seit dem Bau der ersten Synagoge im Jahr 1593, einem Symbol des Wohlstands und des Gemeinschaftszentrums, das leider während des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde.
Der reiche ausgestellte Bestand, bestehend aus Stücken aus verschiedenen Epochen und Geografien, spiegelt die Vielfalt des liturgischen Erbes der Synagoge von Livorno wider, die einst das Zentrum der jüdischen Gemeinde war und ein Spiegel ihrer Blütezeit. Gegenstände aus holländischer, nordafrikanischer, florentinischer, römischer, venezianischer Herkunft und Kreationen lokaler Silberschmiede erzählen von einer Vergangenheit, in der der Hafen von Livorno ein kultureller und wirtschaftlicher Kreuzungspunkt war, in dem die Juden eine aktive Rolle spielten. Trotz der Kriegszerstörungen hat das Museum unschätzbare Funde bewahrt, darunter das antike Aronot ha-Kodesh, ein mit Gold verkleideter Schrank, der mit Münzen und Girlanden verziert ist und aus der ersten Synagoge von Livorno stammt, sowie den geschnitzten Holz Hekhàl.
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