Im Jahr 1842 veröffentlichten der Impresario Francesco Caporali und sein Sohn Alessandro ein Programm zur Errichtung eines neuen und prächtigen Theaters in Livorno. Das Design des Werks wurde dem jungen und vielversprechenden livornesischen Architekten Giuseppe Cappellini anvertraut, der seine Ausbildung an der Accademia delle Belle Arti di Firenze absolvierte und dann an der Scuola Michoniana, und bereits seine Fähigkeiten mit dem Entwurf der wunderschönen Casini d’Ardenza unter Beweis gestellt hatte.
Errichtet ab 1843 im neoklassizistischen Stil im Rahmen der städtebaulichen Transformationen, die von den Habsburgern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewünscht wurden, wurde das Teatro Goldoni tatsächlich als Höhepunkt des bedeutenden kulturellen Aufschwungs geboren, den Livorno in diesen Jahren erlebte. Angespornt von einer wohlhabenden Kaufmannsbürgerschaft, die ihren sozialen Status festigen wollte, war die Stadt zu einer der wichtigsten „Theaterplätze“ Italiens geworden. Nicht umsonst erhielt sie aufgrund der Anwesenheit von mindestens zehn bedeutenden Theatersälen und einer Reihe von kleineren Veranstaltungsorten, die regelmäßig von einem stetig wachsenden Publikum besucht wurden, das von den renommiertesten Theaterkompanien angezogen wurde, den Beinamen „Theaterstadt“.
Eröffnet im Jahr 1847 als „Kaiserliches und Königliches Theater Leopoldo“ zu Ehren von Großherzog Pietro Leopoldo II von Habsburg-Lothringen, erlitt das Teatro Goldoni jedoch einen raschen Niedergang. Die Vernachlässigung durch die nachfolgenden Besitzer der Caporali und der Wettbewerb anderer wichtiger Stadtsäle wie dem Teatro degli Avvalorati, dem San Marco und dem Rossini verhinderten, dass zumindest bis 1855 eine organische Aktivität stattfand, als es von dem wohlhabenden Kaufmann Pandely Rodocanacchi gekauft und vollständig restauriert wurde.
Nach der Vertreibung der Habsburger im Jahr 1859 und der Umbenennung in „Regio Teatro Goldoni“ unter der Leitung von Rodocanacchi erlangte das Theater wieder an Popularität beim Publikum. Dank der Flexibilität der Bühnenanlage und der Möglichkeit, das Tageslicht zu nutzen, wurde das Theater für die Aufführung verschiedener spektakulärer Formen geöffnet: Von Varieté über die ersten filmischen Experimente, von Prosadramen bis zur Lyrik, bis hin zu Zirkusaufführungen und sportlich-gymnastischen Vorführungen.
Doch wer wirklich die Theater in ganz Europa zum Ende des 19. Jahrhunderts füllte, waren die realistischen Werke der großen italienischen Komponisten, und natürlich war das Goldoni keine Ausnahme. Aus dieser Zeit ist die Aufführung von Cavalleria rusticana am 14. August 1890 erwähnenswert, als der junge livornesische Komponist Pietro Mascagni, nur drei Monate nach seinem triumphalen Debüt in Rom, das berühmteste realistische Melodram der Welt in seine Geburtsstadt brachte und das Goldoni für immer zu einem Tempel seiner Musik machte. Ein halbes Jahrhundert später, immer noch im Goldoni, dirigierte ein fast achtzigjähriger Mascagni anlässlich des 50. Jahrestages dieser denkwürdigen ersten Aufführung Cavalleria rusticana zum letzten Mal.
Ein weiteres historisches Datum, bei dem das Teatro Goldoni im Mittelpunkt stand, ist das Jahr 1921, als in seinen Räumen die Spaltung der Italienischen Sozialistischen Partei stattfand. Die abtrünnigen Delegierten, die das Goldoni verließen, trafen sich zu einer Versammlung in einem anderen livornesischen Theater, dem Teatro San Marco, wo sie die Italienische Kommunistische Partei gründeten.
Von den Alliierten während des Krieges als Ort der Unterhaltung und Belustigung für die Truppen gefordert, kehrte das Goldoni-Theater nach Kriegsende zur Normalität zurück, bis in den 80er Jahren, als es als unbewohnbar erklärt wurde, in das städtische Vermögen übernommen wurde und einer anspruchsvollen und langen Restaurierung unterzogen wurde.
Die komplizierten Rettungs- und Modernisierungsmaßnahmen wurden Anfang des Jahres 2004 abgeschlossen und gaben der Stadt eines ihrer architektonischen Juwelen zurück. Die neue und feierliche Eröffnung des Teatro Goldoni, die natürlich die Aufführung von Cavalleria rusticana beinhaltete, wurde von einem weiteren angesehenen Livornese bezeugt: dem Präsidenten der Republik Carlo Azeglio Ciampi.
Heute, durch ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Jahresprogramm von Veranstaltungen, ist das Teatro Goldoni wieder zu einem der wichtigsten kulturellen Anlaufpunkte Livornos geworden. Als Zentrum der italienischen Opernproduktion in den exklusiven Kreis der Traktionstheater eingeordnet, hat es im Laufe der Zeit dank der Zusammenarbeit mit renommierten Künstlern und Technikern zahlreiche erfolgreiche Inszenierungen realisiert, die auf nationalen und internationalen Bühnen exportiert wurden. Im Theater gibt es auch eine Ausstellung von Erinnerungsstücken, die Pietro Mascagni gehörten.
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